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Die Bestattung in einer Grabstätte dokumentiert den Glauben an das Weiterleben nach dem Tode. Das Grab dient der Kommunikation des Toten mit den Lebenden. Die Lebenden sichern dem Toten durch ein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung ein Weiterleben im Gedenken. Das Hervorheben und Kennzeichnen eines Grabes durch ein Grabmal war nicht zu allen Zeiten und in allen Regionen selbstverständlich. Grabzeichen setzten sich jedoch immer wieder durch und so sind die Dokumente von geschichtlicher, volkskundlicher und auch künstlerischer Bedeutung geworden.
Entwicklung vom 16. zum 20. Jahrhundert:
Im 16. Jahrhundert wurde die Zusammengehörigkeit von Kirche und Grab aufgegeben. Die Abschaffung der Kirchenbestattung führte dazu, dass mehr und mehr Friedhöfe aus den Orten verlagert wurden. Auch Martin Luther empfahl 1527 die Verlegung der Begräbnisplätze vor die Städte. Hinzu kam landesherrliche Empfehlungen und Ratserlasse, mit denen man versuchte, die hygienischen-medizinischen Probleme der rasch wachsenden Städte zu lösen.
Im Zeitalter der Aufklärung wandelte sich der Charakter des Begräbnisplatzes: Aus dem ehemaligen Kultort wurde eine öffentliche Einrichtung. Die Gesetzgebung des österreichischen Kaisers Joseph II löste eine neue Welle von Friedhofverlagerungen aus Gründen der Hygiene aus. Die Friedhöfe sollten zweckmäßig angelegt werden, Grabmäler waren danach nur am Rande eines Friedhofs vorgesehen.
Im 19. Jahrhundert begann außerdem die gesetzliche Verpflichtung der Gemeinden zur Anlage und Pflege von Friedhöfen. Seitdem gelten Friedhöfe als unselbständige öffentliche Einrichtungen, deren Benutzungsverhältnisse nach öffentlich-rechtlichen Grundsätzen geregelt werden. Man unterscheidet dabei drei verschiedene Kategorien von Anlagen: den kommunalen Friedhof, den kirchlichen Monopolfriedhof für alle und den kirchlichen Friedhof für Angehörige einer Kirchengemeinde, der neben dem kommunalen Friedhof besteht.
Anlage des Grabes
Als eigentliche Grabstätte gilt der Raum, welcher der Bestattung dient. Abgeleitet aus den menschlichen Proportionen hat sich die Grabstätte im Laufe der Geschichte als länglich rechteckige Fläche herausgebildet. Auf der Grabstätte befindet sich die Grabanlage, die gewöhnlich aus mehreren Elementen besteht: dem eigentlichen Grabmal oder Stein, der Abdeckung, der Begrenzung oder Umfriedung des Grabhügels und der Bepflanzung. Die Grabstätte kann jedoch auch architektonisch anspruchsvoller gestaltet werden bis hin zur Grabkapelle oder Gruft. In dieser Form erinnert sie an das biblische Felsengrab oder die Grabhöhle.
Die Entwicklung der Grabzeichen hat zu verschiedenen Grabmaltypen geführt:
- architektonische Monumente wie Grabkapellen, Mausoleen und Baldachinformen
- stehende Male wie Stelen, Kreuze, Säulen, Pfeiler, Obelisken, Laternen, Fialen und auch Statuen
- liegende Grabplatten und Grababdeckungen oder Sarkophage
- sowie Grabmäler die an die Friedhofsmauer gerückt oder an ihr befestigt werden, außerdem Inschriften und Epitaphien
Die verwendeten Werkstoffe erlauben weitere Unterscheidungen: Gebräuchlich war der Einsatz unterschiedlicher Steinsorten in verschiedenen Bearbeitungsformen, von gegossenem oder geschmiedetem Metall, von Galvanoplastiken, Gussstein und Biskuitporzellan sowie Holz. Die Materialien älterer Gräber verweisen auf lokale Abbaustätten und Handwerkstradition (zB Steinmetzen). Seit dem 19. Jahrhundert konnten mit Hilfe der Eisenbahn Steinmaterial sowie Serienprodukte über weite Strecken transportiert werden. Das Grabmal verlor dadurch einen Teil seiner lokalen und volkskundlichen Besonderheit.
Infolge der großen Materialauswahl und er vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten wurde der Formenschatz der Grabmäler immer reicher, so dass es im frühen 20. Jahrhundert zu Klagen über den Verfall der Friedhofskultur und ihre Gedankenarmut kam. Gestaltungsvorschriften wie Musterentwürfe sollten für Besserung sorgen.
Grundformen des Grabmals:
1.) Architektonisches Grab: Für besonders aufwendige Grabstätten wurden nach den regeln der Architektur teilweise Gruft- und Grabkapellen errichtet, in denen dann Grabsteine untergebracht werden konnten.
2.) Bildstock und Marterl: Dabei handelte es sich ursprünglich um Zeichen des Totengedenkens, die an einem Unfallort aufgestellt wurden.
3.) Epitaphien: Der Begriff Epitaph bedeutete das zum Begräbnis Gehörige und wurde von der Antike bis ins Mittelalter auf die Grabinschrift bezogen.
4.) Kreuz: Dieses Zeichen steht als Sinnbild für das Leiden Christi, im weiteren Sinn aber auch für Christus selbst und seine Auferstehung. Seit dem 17. Jahrhundert wurden schmiedeeiserne Friedhofskreuze gebräuchlich. Oft können dabei Grabkreuze in den regional typischen Materialien Holz, Schmiedeeisen oder Gusseisen das Erscheinungsbild ganzer Friedhöfe bestimmen.
5.) Statue und Relief: Denkmäler dieser Kategorie entstanden in der Regel auf der Grundlage künstlerischer Entwürfe, weshalb sie auch schon Gegenstand kunstgeschichtlicher Forschung geworden sind. So findet man zB bis ins 20. Jahrhundert Nachbildungen der Christusstatue in der die christliche Botschaft wie der Glaube an die Auferstehung zum Ausdruck kommt.
Stelen: Stelen sind seit altersher die gebräuchlichste Form des Grabsteins: Sie sind aufrecht stehend, dünne Steinplatten in den unterschiedlichsten Formen. Im ursprünglichen griechischen-römischen Wortsinn sind sie auch Pfeiler oder Säulen.
Der christliche Friedhof ist zwar bis heute überwiegend ein Ort der Körperbestattung geblieben, doch musste seit dem 19. Jahrhundert auch Platz für Feuerbestattungen und Krematorien eingeplant werden. Für traditionelle Feuerbestattung wurden eigene Urnengräberfelder angelegt, was immer notwendiger wird, da die Tendenz zur Einäscherung erheblich zunimmt
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Barock in Kärnten
Nach den Wirren der Reformation im 16. Jahrhundert gelangte die kirchliche Kunst im 17. und 18. Jahrhundert wiederum zu einer neuen Blüte und vor allem im ländlichen Bereich zu einer offensichtlichen Dominanz. Es wurden keine Vorschriften erlassen, wie Kunst auszusehen hatte. Der Altar als Ort der Handlung gewann immer mehr an Bedeutung und kann als geistiger Höhepunkt in der Kirche angesehen werden. Ebenso kam es zu einer Aufwertung der Kanzel (zB. Stiftskirche in Griffen) die nun aufwendiger gestaltet wurde.
Die katholische Kirche verfolgte als Auftraggeber vor allem zwei Ziele:
1.) Die Verherrlichung des Göttlichen, der Heiligen und der Schöpfung
2.) Den Einsatz von Ausdrucksformen der Kunst als bewusste Propaganda und Kampfmittel gegen den Protestantismus
Der Altarbau
Der Altarbau war zu dieser Zeit sehr stark ausgeprägt. Vor allem der Hochaltar galt als künstlerische Vollendung. Der Altar sollte in das Gesamtbild der Kirche nahtlos eingebunden sein. Es kam zu einer Verschmelzung von Wandmalerei, Bildhauerei und Architektur. Ziel war es ein Gesamtkunstwerk zu schaffen. Die Bekanntesten und schönsten Hochaltäre findet man im Gurker Dom, in der Stiftskirche Millstatt und in der Stiftskirche Viktring.
Plastik
Die figurale Plastik des 17. Jahrhunderts in Kärnten ist eng mit dem Altarbau verbunden. Die Figuren sind reich geschmückt, oft mit stark ornamentalen Zug in Haar- und Hautbehandlung. Die Kirche war Hauptauftraggeber für Plastiken verschiedenster Art. Die Bekanntesten Bildhauer die in Kärnten waren in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Michael Hönel und Christoph Paumgartner.
Michael Hönel: War einer der bedeutendsten Altarbauer und Bildhauer des Frühbarock in Kärnten. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der Hochaltar im Gurker Dom. Er erhielt 1626 den Auftrag zur Errichtung und vollendete den Hochaltar 1632. Weitere Altäre errichtete er in der Filialkirche am Josefsberg und in der Spitalskirche in Straßburg. Weiters erhielt er den Auftrag zur Errichtung des Brunnens und der Herkulesstatue mit den ständischen Wappen beim Lindwurm in Klagenfurt. Mit dieser überlebensgroßen Steinstatue schuf Hönel ein weiteres für Kärnten einmaliges Werk.
Christoph Paumgartner: Der aus Neumarkt stammende Bildhauer und Tischler errichtete 1627 den mächtigen Hochaltar in der Parrkirche von Mariahof in der Steiermalk. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Hönel wirken seine Arbeiten oft lebendiger und weicher.
Zu den gefragtesten Meistern des 18. Jahrhunderts in Kärnten zählte der in Klagenfurt tätige Bildhauer Christoph Rudolph dem einige der wichtigsten Werke der barocken Bildhauerei in Kärnten zuzuschreiben sind. Rudolphs bedeutendste Werke sind die 1726 bzw. 1736 entstandene Kanzel und die von Joseph Ferdinand entworfene „Glorie des hl. Johannes Nepomuk im Dom zu Klagenfurt. Rudolphs Arbeit zeichnet sich durch eine maßvolle Ausgewogenheit von Körperbewegung und Gewand sowie durch eine innige Beseelung der Gesichter (oft mit einem Lächeln auf den Lippen) aus.
Malerei:
Wand und Deckenmalerei: Den höchsten Rang der Barockmalerei stellt die Wand und Deckenmalerei. Hierbei kam die Methode der optischen Täuschung zum Zuge. Flache Decken wurden durch Fresken zur Wölbung. In bereits bestehenden Kuppeln wurden weitere fiktive Kuppeln gemahlt. Licht und Schatten wurden bewusst eingesetzt. Die Malerei war Teil der Architektur und Plastik. Beispiel: Stift in Ossiach
Architektur:
Kärnten spielte in der Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts nur eine bescheidene Rolle.
Gründe:
1.) Rückgang der Ständemacht
2.) Fehlen örtlicher Residenzen
3.) Große Entfernung zum Kaiserhof
Sakralbau:
Da oft das nötige Geld für Neubauten fehlte wurden viele Gotteshäuser durch Umbauten verändert. Sehr viele Objekte versah man mit neuen Wölbungen. Besonders beliebt war dabei das variable Stichkappentonnengewölbe aber auch das eher starre Kreuzgratgewölbe. Erst im 2. Drittel des 18. Jahrhunderts kam auch in Kärnten immer mehr Dynamik in die Sakrale Architektur diese hielt sich aber in Grenzen. Ein einziger Kirchenbau Kärntens ist sowohl in seiner Fassadengestaltung als auch Raumwirkung als Meisterwerk des Hochbarock zu bezeichnen die Heiligenkreuzkirchen in Perau bei Villach. Die monumentale Doppelturmfassade ist auf Fernsicht zur Stadt und Draubrücke hin berechnet. Über kreuzförmigem Grundriss erhebt sich das kurze Langhaus, dann die mächtige Vierung mit Tambour und Kuppelaufsatz.
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Renaissance in Kärnten
Die Kunst des 16. Jahrhunderts in Kärnten ist geprägt vom Repräsentationswillen hervorragender Einzelpersönlichkeiten. Gabriel von Salamanca, Siegmund von Dietrichstein, Georg Khevenhüller oder Ulrich von Pfinzing waren die Auftraggeber für die b bedeutendsten überlieferten Denkmäler dieser Zeit.
Das 16. Jahrhundert ist auch in Kärnten in erster Linie geprägt von gesellschaftlichen Umwälzungen, dem sich durchsetzenden Protestantismus und dem seit Ende des 15. Jahrhunderts zunehmenden an Bedeutung gewinnenden Humanistischen Gedankengut.
Hatte die Spätgotik in Kärnten auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst noch bis ins erste Viertel des 16. Jahrhunderts bedeutende Leistungen hervorgebracht, so ist ab etwa in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts ein eklatanter Einbruch zu Gunsten von Profanbauten und deren Ausstattung zu verzeichnen. Unter dem Einfluss des Protestantismus, aber auch der politischen Gegebenheit wie der latent vorhandenen Türkengefahr, die Verbesserung aller Befestigungen erforderte, verlagerten sich die wesentlichen Bauaufgaben und künstlerischen Erfordernisse hauptsächlich in den profanen Bereich. Das politische und kulturelle Bewusstsein des Herrenstandes erführ einen Aufschwung und brachte, mit dem Willen zur Dokumentation und Selbstdarstellung, nicht nur auf dem Gebiet der Baukunst, sondern auch in der Grabmalkunst bedeutende Leistungen hervor.
1. Renaissancearchitektur in Kärnten
1.a Sakralbau
In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts, noch bevor die Auswirkungen der Reformation das religiöse Leben im Lande grundlegend verändern sollten, kam die kirchliche Baublüte der Spätgotik, die bis zum heutigen Tage die Kulturlandschaft Kärntens nachhaltig prägt, zu einem allmählichen Abschluss.Es kam zu einem Übergangsstil der eine neue Raumvorstellung beinhaltet. Ab der Jahrhundertmitte kam durch die Auswirkungen der Reformation der Sakralbau praktisch zum Erliegen. Erst als die protestantischen Stände Innerösterreichs bei einem Generallandtag in Bruck an der Mur die mündliche Zusage der religiösen Toleranz gab setzte wieder eine rege Kirchenbautätigkeit ein.
Beispiele: * Klagenfurter Dom (Dreifaltigkeitskirche) * Gurker Dom
Profane Bautätigkeit der Klöster und anderer geistlicher Institutionen
Die Wohn-, Wehr- und Wirtschaftsbauten der Bischöfe, Klöster, und Ritterordensniederlassungen im Lande sind dem Schlossbau zuzurichten. Schon seit dem späten 15. Jahrhundert hatten die instabilen politischen Verhältnisse zur Befestigung der meisten Stifte und Klöster des Landes geführt. Dabei wurden verstärkt turmartige Wohn- und Repräsentativbauten errichtet.
1.b Schlossbau
Der Schlossbau widerspiegelt am augenscheinlichsten die politische Macht, wirtschaftliche Kapazität und kulturelle Bedeutung des Adels im Lande. Der Schlossbau brachte die individuellen Ansprüche und Vorstellungen seiner Auftraggeber zum Ausdruck. Grundsätzlich unterscheidet man mehrflügelige Schlossanlagen um einen oder mehrere geschlossene Höfe oder hoflose Schlossanlagen die um einen Seitentrakt erweitert sind.
Umgestaltung von Burgen zu Schlössern:
Sehr viele Schlösser des 16. und 17. Jahrhunderts waren Umbauten mittelalterlicher Burgen, Türme, oder kleiner Edelsitze.
Beispiele:
Der doppelgeschoßige Laubenhof der Hollenburg: Dieser Hof wurde im Jahre 1558 unter Sigmund Georg von Dietrichstein im Zuge eines Umbaus verändert. Es entstand ein repräsentabler Aufbau. Weiterführend wurde im Laufe des 16. Jahrhunderts die gesamte mittelalterliche Burganlage zu einem Renaissanceschloss umgebaut.
Das Schloss über der Stadt Gmünd:Daniel Deutta errichtete im Auftrag von Rudolf Raitenau stadtseitig einen mit einem Rundturm versehenen hakenförmigen Trakt. Alle Gewände wurden aus wirkungsvollen Serpentin angefertigt. Die großen Rechteckfenster des eigentlichen Repräsentationsgeschosses erhielten rechteckige Umrahmungen mit abgedachter Verdachung.
Der Vierflügelbau:Diese Art des Schlossbaus ist im Kärnten im 16. Jahrhundert am ehesten innerhalb oder am Rande der Städte und Märkte verwirklicht worden. Zu nennen sind hier vor allem der Schlossbau von Spittal an der Drau ( ab 1533), das Klagenfurter Stadthaus oder das Venezianerhaus der Khevenhüller zu Villach ( ab ca. 1570, nicht erhalten). Hier vermischen sich Einflüsse der italienischen Villen- und Palazzobaues. Die Landschlösser folgten hierzulande allerdings eher selten diesen idealen Ansprüchen und entbehren meist der Symmetrie. Ursache dafür war meist die Einbeziehung älterer Bauteile.
Beispiel: Schloss Tanzenberg
Die regelmäßige Dreiflügelanlage mit abschließender Mauer
Bei mehreren regelmäßigen lokalen Schlossbauten hat man auf eine Schließung der vierten Seite durch einen Wohntrakt verzichtet. Um den Gebäudekomplex zu schließen wurde eine Mauer mit repräsentativer Toranlage errichtet. Die meisten dieser Objekte fallen ins letzte Jahrhundertviertel.
Beispiel:
Schloss Reideben bei Wolfsberg,
Schloss Porcia in Spittal an der Drau
Erbauer (bzw. Auftraggeber, Architekt ist unbekannt) dieses Schlosses war Gabriel von Salamanca. Er wurde 1489 in Burgos in Spanien geboren. Schon vorher in habsburgischen Diensten, bekleidete er in der Folge wichtige Ämter als Sekretär, Kanzler und vor allem Schatzmeistergeneral. Als Inhaber zahlreicher Herrschaften entwickelte Gabriel auch als Bauherr eine rege Tätigkeit. So wurde er mit dem Bau des Schlosses in Spittal an der Drau betraut. Die genauen Baudaten dieses neu gebauten Renaissanceschlosses ist weitgehend unbekannt.
Die Verbreitung der neuen Architekturformen der Renaissance hatte sich zu dieser Zeit außerhalb von Italien nur zögerlich durchgesetzt. Die erste Phase der Renaissancearchitektur außerhalb Italiens erfolgte erst ab der Zeit um 1510 also fast hundert Jahre nach der Ausformung des Stiles in Florenz. Die dominante Kultur der Spätgotischen Architektur nördlich der Alpen konnte nur allmählich und in einzelnen Zentren wie Augsburg, Regensburg, Nürnberg und Wien durchbrochen werden.
Gabriel von Salamanca begann erstmals in den habsburgischen Ländern mit dem Bau eines kompletten Renaissanceschlosses. Das Schloss ist ein mächtige Vier-Flügel-Anlage mit zwei Rundtürmen in der Diagonale, die einen rechteckigen dreigeschossigen, dreiseitigen Arkadenhof umschließt. Die Hauptfassade ist dreigeteilt welche durch Gesimse Geschossweise und durch übereinandergestellte Pilaster zwischen den Trakten und am linken Rand gegliedert sind. Durch die mittleren Hallen gelangt man in den dreigeschossigen Hof mit Säulenarkaden und Balustradenbrüstungen. Die Gleichmäßigkeit wird durch Stiegenaufgänge unterbrochen.
Vorbilder für diesen Bau finden wir in Trient (Palazzo a Prato) mit einer fast identen Fassadenstruktur. Aber auch andere Palazzi in Trient zeigen in vielen Details (Kapitelle, Portale, Fenster) Ähnlichkeiten mit Schloss Porcia.
1.c Wehrbauten
Aus Angst vor den Türken , die zwischen 1473 und 1483 fünfmal weite Teile des Landes schwer in Mitleidenschaft gezogen hatten, wurden in Folge zahlreiche Kirchen zu Wehrkirchen ausgebaut d. h. die Kirchen erhielten eine umlaufende Mauer mit hölzernem Wehrgang , Torbauten und Rundtürmen.
Beispiel: * Wehrkirchen in Diex * Hochosterwitz
2. Renaissanceplastik in Kärnten
Der Lindwurm
Der Lindwurm ist das Wahrzeichen der Stadt Klagenfurt. Traditionell wird die monumentale Plastik in die Jahre 1590 bis 1593 datiert und dem Bildhauer Ulrich Vogelsang bzw. seinem Bruder Andreas zugeschrieben. Das monumentale Tier mit dem schachtartig aufgerissenen Maul, den geometrisch angelegten Flügeln, dem gestanzt wirkenden Panzer und dem unerwartete kunstvoll geschwungenen Schwanz lässt sofort die Meisterleistung des aus einem riesigen Block (ohne Schwanz) Kreuzberglschiefer gemeißelten Monumentes erkennen.
Bischofstein in Schloss Reideben
Der Bischofstein besteht aus einem Säulenstumpf mit drei Kartuschen, die eine Platte tragen, auf der ein Dreikopf steht. Eine der drei Kartuschen zeigt die Wappen der Bamberger Bischöfe. Die zweite trägt das Reliefbild des Guten Hirten und die dritte Kartusche trägt eine Inschrift, die auf Tod und Auferstehung Christi Bezug nimmt. Zwischen den Schilden die Darstellung des Gekreuzigten und den Auferstandenen.
3. Kunsthandwerk der Renaissance in Kärnten
Beispiel: Steinätzung
Die Steinätzung ist eine Technik die sich aus der Harnischätzung entwickelt hat und erst um 1500 auftritt.
Tischplatte in der Pfarrkirche Rosegg
In Rosegg ist eine Tischplatte in dieser Technik erhalten geblieben. Diese Platte ist heute in der Wand eingemauert. Zentral dargestellt ist das Kruzifix mit zwei Gebeten. Umrahmt wird das ganze von Musiknoten mit Liederstimmen und einem Randstreifen mit figürlichen und pflanzlichen Motiven.
4. Renaissancemalerei in Kärnten
Beispiel:Glasmalerei
Ebenso wie im Bereich der Wandmalerei kann Kärnten auf dem Gebiet der Glasmalerei auf einen relativ reichen Bestand aus dem Mittelalter verweisen. Jedoch existierten im Land keine bedeutenden Werkstätten, sondern die Glasgemälde sind in der Mehrzahl Importwerke. Jedoch sind in Kärnten trotz der wenig günstigen Voraussetzungen einige Glasgemälde von höchster Qualität erhalten.
Glasfenster aus der Burgkapelle Landskron (von Mercurius Miller, 1570)
Zu den bedeutendsten Denkmälern der österreichischen Glasmalerei zählen die heute im Landesmuseum in Klagenfurt verwahrten Glasfenster aus der ehemaligen Kapelle der Burg Landskron. Diese beinhaltet eine zentrale Darstellung der Kreuzigung Christi flankiert von den vier Evangelisten.
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